Vor einigen Wochen halfen mein Mann und ich, das Haus eines verstorbenen Verwandten auszuräumen. Zwischen alten Möbeln, Kisten und Schubladen fanden wir unzählige Dinge – viele davon noch originalverpackt. Tischtücher, Porzellan, Bettwäsche, edle Gläser. Alles sorgfältig für „später“ aufgehoben. Dasselbe Bild, das ich einst schon bei meiner Großmutter sah: Dinge, die man „für gut“ beiseitelegte – für besondere Anlässe, die nie kamen.
Es gibt Bilder, die lassen mich nicht los. Szenen, die so verstörend sind, dass ich sie in Worte fassen muss – nicht, um anzuklagen, sondern um sichtbar zu machen, zu verstehen und vielleicht auch, um andere zu sensibilisieren. Vor einiger Zeit stieß ich auf Aufnahmen aus Seattle: Menschen wankten wie lebende Tote durch die Straßen, manche verharrten in grotesken Posen, andere lagen reglos am Boden.
Manchmal erreichen mich Nachrichten, die mich noch lange beschäftigen. Vor kurzem schrieb mir ein Leser, wie stark ihn mein Gedicht „Freigeist“ berührt hat. Seine Worte haben mich tief bewegt – und sie haben mir gezeigt, dass Lyrik manchmal genau da ankommt, wo sie gebraucht wird: im Innersten eines Menschen.
Es gibt Momente im Leben, die alles verändern. Momente, die wie ein Schlag in den Magen wirken und die Welt von einer Sekunde auf die andere aus den Angeln heben.
Heute ist ein Tag, an dem Birmingham im Schatten der Erinnerung steht. Die Straßen füllen sich mit Menschen, die gekommen sind, um Abschied zu nehmen – Abschied von einer Legende, die die Welt geprägt hat. Millionen verfolgen diesen Moment im Livestream. Eine Stadt trauert um ihren Sohn – und die Welt hält den Atem an.
Es gibt Erlebnisse, die sich nicht in Worte fassen lassen. Bilder, die sich in das Gedächtnis brennen, ohne dass man sie dazu ....