Frau liest Buch Eifelturm Gedicht Funke in der Nacht

Über das Gedicht „Funke in der Nacht“

Das Gedicht Funke in der Nacht entstand aus einer grundlegenden Frage: Hat es überhaupt einen Sinn, über die dunklen Seiten der Gesellschaft zu schreiben?

Immer wieder stelle ich mir diese Frage. Ob Worte wirklich etwas bewirken können. Ob Gedichte mehr sind als nur Gedanken auf Papier. Gerade wenn es um Themen geht, die unbequem sind, die nicht gefallen wollen, sondern aufrütteln sollen.

Doch je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass genau darin ihre Bedeutung liegt.

Das Gedicht Funke in der Nacht ist aus diesem inneren Spannungsfeld heraus entstanden – zwischen Zweifel und Überzeugung. Zwischen dem Gefühl, vielleicht nicht gehört zu werden, und der Hoffnung, dennoch etwas zu bewegen.

In einer Zeit, in der vieles übersehen oder bewusst verdrängt wird, kann das Aussprechen solcher Gedanken bereits ein erster Schritt sein. Vielleicht kein lauter. Vielleicht kein sichtbarer. Aber dennoch ein notwendiger.

Ich glaube, dass jeder Mensch, der andere mit Worten erreichen kann, auch eine gewisse Verantwortung trägt. Keine erzwungene Pflicht – sondern eine leise, innere Verpflichtung. Die Entscheidung, nicht zu schweigen, wenn etwas gesagt werden sollte.

Wenn meine Texte auch nur einen kleinen Funken in den Herzen der Menschen entfachen – einen Gedanken, ein Innehalten, vielleicht sogar den Wunsch nach Veränderung – dann hat es sich gelohnt.

Das Gedicht Funke in der Nacht ist genau dieser Funke.
Ein stiller Versuch, etwas in Bewegung zu setzen.
Ein leiser Widerstand gegen Gleichgültigkeit.
Und ein Appell, nicht wegzusehen.

 

Funke in der Nacht

Und wieder geht ein Tag zur Neige,
und wieder denke ich bei mir:
Sind all die Worte, die ich schreibe,
nur stumme Schreie auf Papier?

Ein Flüstern, doch ein Aufbegehren,
in einer kalten, wirren Zeit.
Die Möglichkeit, mich zu erwehren,
und etwas, das mir Kraft verleiht.

Ein zarter Hauch in schweren Zeiten,
ein Funke nur in tiefster Nacht.
Doch wird er stetig mich geleiten,
bis er das Feuer neu entfacht.

Eine Antwort

  1. Deine Verse sprechen stets meine Seele an und ich spüre die Aussagen, die du so treffend beschreibst.
    Ich danke dir von ganzem Herzen und wünsche dir noch viele Themen aus dem Leben, die so wunderschön in Versen beschreiben kannst.
    Liebe Grüße Wolfgang

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge
Bleistiftzeichnung im Holzkohle-Stil: Eine verschmitzt lächelnde Mutter Geis im Kleid blickt sich um, im Hintergrund ein Haus und ein Brunnen.

Das bequeme Narrativ von Gut und Böse

Das bequeme Narrativ von Gut und Böse
Bereits in unseren frühesten Kindertagen vermittelt man uns ein unumstößliches Bild von Gut und Böse. Wir lernen es durch alte Legenden, Märchen und Erzählungen. Diese teilen unsere Welt fein säuberlich in strahlende Helden und finstere Schurken ein. Es gibt den klaren Täter und das reine Opfer.

Diese strikte Trennung gibt uns als Kindern Sicherheit. Sie baut uns einen moralischen Kompass für eine Welt, die viel zu komplex und furchteinflößend ist. Genau richtig, um das Unbekannte greifbar zu machen. Oder etwa nicht?

Ich glaube, genau diese anerzogene Einfachheit macht uns später als Erwachsene oft völlig blind für die feinen, dunklen Zwischentöne. Wir halten krampfhaft an dem kindlichen Schwarz-Weiß-Denken fest. Das Hinsehen auf die unbequeme Realität menschlichen Handelns schmerzhaft ist. Was für Kinder funktioniert, gilt im echten Leben leider nur selten.

Weiterlesen
Porträt von Martha Buschner und ihrer Enkelin Anja im Jahr 1992 – Kindheitserinnerungen an eine starke Frau

Sag mal, spinnst du?

„Sag mal, spinnst du?“, hätte meine Oma wohl gesagt, wenn sie gewusst hätte, dass ich die ganze Welt an meinen Erinnerungen an sie teilhaben lassen will. Meine Kindheitserinnerungen an meine Oma zeigen, was sie für mich war und immer noch ist. Sie hätte mich dabei mit diesem schiefen, schelmischen Lächeln angesehen. Es steht mir heute noch genauso vor Augen wie in meiner Kindheit. Sie war keine Frau für das Rampenlicht; niemand, der sich selbst in den Vordergrund drängte. Sie war eine Frau, die wusste, was sie wollte. Eine Frau, die erhobenen Hauptes durchs Leben ging und Trauer wie Freude gleichermaßen kannte.

Weiterlesen