Landleben Mutter Kinder Zeichnung Wunder des Lebens

Das Wunder des Lebens: Wenn der Tod die Augen öffnet

 

Das Gedicht „Das Wunder des Lebens“ ist im Grunde zutiefst autobiografisch. Es entstand aus einer sehr furchteinflößenden Erfahrung. Die Diagnose Krebs riss mir damals nämlich buchstäblich den Boden unter den Füßen weg.

Die quälende Sorge um meine Familie

Dabei hatte ich erstaunlicherweise kaum Angst vor meinem eigenen Tod. Das eigene Sterben war überhaupt nicht mein eigentliches Problem. Vielmehr quälten mich ununterbrochen die Gedanken an meine Familie. Was wird aus meinen Kindern? Wie wird mein Ehemann damit klarkommen? Wie meine Eltern? Diese Sorgen um meine Liebsten ließen mich damals schier verzweifeln.

Eine tiefe, paradoxe Dankbarkeit

Heute gelte ich glücklicherweise als geheilt. Wenn ich jetzt auf diese schwere Zeit zurückblicke, empfinde ich vor allem tiefe Dankbarkeit. Das klingt für viele Leser vielleicht absurd. Doch diese Erfahrung hat mir überhaupt erst gezeigt, wie unendlich wertvoll das Leben ist. Früher hastete ich oft völlig unachtsam durch meine Tage. Erst als meine Zeit plötzlich abzulaufen drohte, veränderte sich meine Perspektive radikal.

Mein neuer Blick für das Wesentliche

Der Duft von Blumen oder der wehende Wind gewinnen heute ungemein an Bedeutung für mich. Mein wahrer Reichtum liegt keinesfalls im materiellen Besitz. Er liegt vielmehr in dem Lachen meiner Kinder und meines Mannes. Ich habe deshalb gelernt, genau diese Dinge wieder aufrichtig wertzuschätzen. Mit jedem bewussten Atemzug spüre ich heute das Wunder des Lebens. Ich nehme die Natur und meine Familie jetzt mit völlig anderen Augen wahr.

Es ist schon paradox, doch der Tod lehrte mich das Leben.

 

Das Wunder des Lebens

 

Als den Tod ich erblickte, welch Ironie,
die Schönheit des Lebens, erst dann sah ich sie.
Der Duft der Blumen, der wehende Wind,
und singende Vögel, wenn der Tag neu beginnt.

Der wahre Reichtum, er liegt nicht im Geld,
sondern im Lachen, das die Tage erhellt.
Der Schein einer Kerze, die Sterne der Nacht,
die blühenden Wiesen in all ihrer Pracht.

Das Lachen der Kinder, ein Freund in der Not,
eine helfende Hand, wenn Unheil mir droht.
Mit jedem Atemzug spür‘ ich das Leben
mit all seinen Wundern, die mich umgeben.

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