Die Veröffentlichung meines neuen Buches „Umbra Memoriae – Fragmente meines Seins“ steht kurz bevor. Nach vielen Monaten stiller Arbeit, innerer Suche und beharrlichen Schreibens nähert sich nun der Moment, in dem dieses Werk seinen Weg in die Öffentlichkeit findet. Ein Buch über Erinnerung, Zeit und das, was bleibt
Über gefällige Kunst, irritierende Werke und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung Das Bild „Dem Frieden die Freiheit“ stammt von dem Künstler Rainer Sternkopf. Es steht exemplarisch für jene Kunst, die nicht gefallen will, sondern etwas auslösen soll. Kunst, die nicht beruhigt, sondern berührt – und genau deshalb oft missverstanden wird. Kunst ist nicht immer leicht zugänglich. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass genau darin eines ihrer größten Probleme liegt.
Es gibt Momente, in denen ein Gedicht entsteht, ohne dass man den Weg dorthin bewusst gewählt hätte. „Kindlein ohne Wiege“ war ursprünglich als leise Weihnachts-Poesie gedacht – als ein Text, der von Wärme, Hoffnung und dem Licht erzählt, das wir mit der Geburt Jesu verbinden. Doch die Worte fanden einen anderen Ton. Einen ernsteren, kälteren. Und plötzlich entstand ein Gedicht, das mehr über unsere Welt erzählt, als ich zunächst erahnte.
Manchmal ist ein Film mehr als Unterhaltung. Guillermo del Toros „Frankenstein“ berührt, bewegt und erinnert uns daran, dass Mitgefühl die größte Kraft ist.
Das Leben gleicht für mich in vielerlei Hinsicht einer Achterbahnfahrt. Es besteht aus unzähligen Höhen und Tiefen, aus Phasen des Aufstiegs und Zeiten der Abfahrt. Diese Erkenntnis machte es mir lange schwer, mich wirklich an den Momenten des Aufstiegs zu erfreuen. Denn tief in mir wusste ich: Die nächste Abfahrt ist im Grunde schon vorprogrammiert. Sobald man ganz oben angekommen ist, wenn alles harmonisch scheint, ist die Fahrt nach unten meist nicht mehr weit.
Manchmal kommen die Worte ohne Einladung. Sie schleichen sich im Halbschlaf heran, legen sich wie ein Gewicht aufs Herz und fordern, niedergeschrieben zu werden. So entstand dieses Gedicht – spontan, fast zwischen Traum und Erwachen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich beim Schreiben meines neuen Buches „Umbra Memoriae – Fragmente meines Seins“ mit vielen tiefgründigen Fragen beschäftigt habe – Fragen über das Menschsein, über Verantwortung, über Schmerz und darüber, was uns verbindet oder trennt. Vielleicht war „Bitter“ nur eine Art Nebeneffekt davon – ein Gedicht, das sich leise aus diesen Gedanken gelöst hat, bevor ich selbst verstand, was es mir sagen wollte.