zerstörte Stadt Kind Trümmer

Über das Gedicht „Kriegstrommeln“

Das Gedicht „Kriegstrommeln“ entstandaus einer tiefen Sorge über den aktuellen Zustand unserer Welt, in der das Wettrüsten und die Bereitschaft zu militärischen Konflikten wieder zunehmen. Diese Entwicklung beunruhigt mich zutiefst. Es ist erschreckend, wie leicht Menschen sich von den Stimmen des Krieges beeinflussen lassen, ohne die Folgen wirklich zu hinterfragen. Stattdessen wird der Krieg oft als notwendiges Übel, als Mittel zur Wahrung des Friedens dargestellt. Diese Argumentation löst in mir Wut und Frustration aus, denn hinter diesem „notwendigen Mittel“ steht in Wahrheit Zerstörung, Leid und Verzweiflung – und wir sind oft näher daran beteiligt, als wir glauben.

Mit „Kriegstrommeln“ möchte ich die Widersprüche und die Folgen dieser Haltung verdeutlichen. Das Bild der Trommeln steht für die lauten, unüberhörbaren Aufrufe zum Krieg, denen wir uns oft nicht entziehen können und denen viele unbewusst folgen. Doch am Ende bleibt nichts als die Erkenntnis, dass wir durch unsere Zustimmung oder unser Schweigen selbst Teil dieses Kreislaufs geworden sind.

Mir geht es darum, mit dem Gedicht auf die Leichtgläubigkeit und die oft unhinterfragte Akzeptanz von Gewalt aufmerksam zu machen. Ich möchte meine Leser dazu ermutigen, sich zu fragen, welche Rolle sie selbst in dieser Spirale spielen und was sie aktiv dafür tun können, um ein Umdenken zu bewirken. Wir müssen als Gesellschaft Verantwortung übernehmen und uns bewusst gegen den Ruf nach Krieg stellen. „Kriegstrommeln“ soll Menschen anregen, innezuhalten und Frieden als einzig wirkliches Ziel zu sehen.

 

Kriegstrommeln

So sieht er aus, der große Sieg:
Ein Feld aus Trümmern, Leid und Tod.
Wir sangen laut des Krieges Lied
und schürten somit Hass und Not.

Der Krieg zog ein in unser Land
mit lauten Trommeln und Fanfaren.
Wir haben erst zu spät erkannt,
dass selbst wir Trommelschläger waren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge
Bleistiftzeichnung im Holzkohle-Stil: Eine verschmitzt lächelnde Mutter Geis im Kleid blickt sich um, im Hintergrund ein Haus und ein Brunnen.

Das bequeme Narrativ von Gut und Böse

Das bequeme Narrativ von Gut und Böse
Bereits in unseren frühesten Kindertagen vermittelt man uns ein unumstößliches Bild von Gut und Böse. Wir lernen es durch alte Legenden, Märchen und Erzählungen. Diese teilen unsere Welt fein säuberlich in strahlende Helden und finstere Schurken ein. Es gibt den klaren Täter und das reine Opfer.

Diese strikte Trennung gibt uns als Kindern Sicherheit. Sie baut uns einen moralischen Kompass für eine Welt, die viel zu komplex und furchteinflößend ist. Genau richtig, um das Unbekannte greifbar zu machen. Oder etwa nicht?

Ich glaube, genau diese anerzogene Einfachheit macht uns später als Erwachsene oft völlig blind für die feinen, dunklen Zwischentöne. Wir halten krampfhaft an dem kindlichen Schwarz-Weiß-Denken fest. Das Hinsehen auf die unbequeme Realität menschlichen Handelns schmerzhaft ist. Was für Kinder funktioniert, gilt im echten Leben leider nur selten.

Weiterlesen
Porträt von Martha Buschner und ihrer Enkelin Anja im Jahr 1992 – Kindheitserinnerungen an eine starke Frau

Sag mal, spinnst du?

„Sag mal, spinnst du?“, hätte meine Oma wohl gesagt, wenn sie gewusst hätte, dass ich die ganze Welt an meinen Erinnerungen an sie teilhaben lassen will. Meine Kindheitserinnerungen an meine Oma zeigen, was sie für mich war und immer noch ist. Sie hätte mich dabei mit diesem schiefen, schelmischen Lächeln angesehen. Es steht mir heute noch genauso vor Augen wie in meiner Kindheit. Sie war keine Frau für das Rampenlicht; niemand, der sich selbst in den Vordergrund drängte. Sie war eine Frau, die wusste, was sie wollte. Eine Frau, die erhobenen Hauptes durchs Leben ging und Trauer wie Freude gleichermaßen kannte.

Weiterlesen